Wir informieren über
GENICKSCHMERZEN
chronische Genickschmerzen
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Etwa 14% der Bevölkerung leiden unter chronische n Gen ickschmerzen, wobei Frauen häufiger als Männer betroffen sind. Halten die Gen ickschmerzen länger als drei Monate an, so ist das chronische Stadium eingetreten. In dieser Situation sind i.d.R. Monotherapien (= Behandlungen mit nur einer Methode) nicht mehr ausreichend, sondern es ist ein multimodales Therapiekonzept (= mehrere Fachgebiete, z.B. ärztlich, physiotherapeutisch, psychologisch) gefordert, wie es nur spezialisierte Einrichtungen erbringen können.
Akute (= relativ rasch und heftig einsetzende) Gen ickschmerzen können das Leitsymptom (= deutlich hinweisendes Krankheitszeichen) einer Meningitis (= Hirnhautentzündung) sein, eine lebensbedrohliche Erkrankung. In typischer Weise wird dabei aber der Kopf überstreckt gehalten.
Abgesehen von harmlosen, vorübergehenden Muskel verspannungen, hervorgerufen durch falsches Sitzen oder Liegen, treten chronische Gen ickschmerzen hauptsächlich im Rahmen eines sog. HW S-Syndrom s auf. Das HW S-Synd rom (Halswirbelsäulensyndrom), auch als Zervikalsyndrom bezeichnet, ist ein Sammelbegriff für von der Halswirbelsäule ausgehende oder den Halswirbelsäule nbereich betreffende Schmerzen.
Auflistung der wichtigsten vertebragene n (= wirbelsäulenbedingten) Ursachen von Gen ickschmerzen:
Degenerative Veränderungen
(= durch Abnutzung hervorgerufen)
-
Bandscheibenveränderungen (Bandscheibenvorwölbung,
Bandscheibenvorfall)
- ligamentäre Insuffizienz (=
Funktionsstörung von Haltebändern)
- Störung der gelenkigen
Wirbelverbindungen
- knöcherne Veränderungen
(Randzacken, Knochenwulste usw.)
Entzündliche Erkrankungen
-
Rheumatischer Formenkreis (z.B.
Polymyalgia,
Morbus Bechterew)
Generalisierte Skeletterkrankungen
-
(z.B. Osteoporose,
Osteomalazie)
Traumen (= Verletzungen)
((z.B. Frakturen,
Schleudertrauma
(Beschleunigungstrauma,
Peitschenschlagsyndrom))
der HW S)
Die mit Abstand häufigste Ursache
für
Gen ickschmerzen sind von der
Halswirbelsäule ausgehende Störungen, hauptsächlich im Bereich der gelenkigen
Wirbelverbindungen, die sog. "Wir belblockierungen".
In der Regel klagen die
Patienten über
Gen ickschmerzen, die in die
Schulter
n, manchmal bis in die
Arme
und/oder auch in den
Hinterkopf
(z.T. bis zur
Stirn) ausstrahlen können. Meist
ist die
Muskulatur
neben der
Wirbelsäule verhärtet, häufig verbunden mit einer
schmerzhaft eingeschränkten Kopfbeweglichkeit. Vielfach besteht auch
Klopfschmerzhaftigkeit über den Dornfortsätzen der Halswir belsäule.
Zum
Ausschluß eines die
Nervenwurzel
n betreffendes Krankheitsgeschehens (radikuläre
Syndome), bedarf es immer einer fachlichen Abklärung (Neurologie,
Radiologie).
Heftigste Schmerzzustände mit
Muskel
hartspann und dadurch
erzwungener Fehlhaltung (Schiefhals) werden als „akuter
Tortikollis“
bezeichnet.
Die Halswir belsäule unterteilt sich in drei Abschnitte, entsprechend können zu Gen ickschmerzen weitere Beschwerden hinzutreten.
Genickschmerzen
beim oberen
HWS-Syndrom:
Die typischen
Krankheitszeichen sind in der Literatur unterschiedlich dargestellt (Kügelgen
et Hillemacher 1989, Kocher et al. 1980, Dahmen
et al. 1985). Gemeinsames Merkmal sind
Gen ickschmerzen
mit Schmerzausstrahlung nach oben in den
Kopf, da sich die
Störungen überwiegend auf die
Nervenwurzel
des 2. Halswirbels konzentrieren. Die
Schmerz
einstrahlung in den
Hinterkopf, teilweise auch bis zur Stirnregion
ziehend, führt häufig zur Diagnose eines
zervikogene
n oder
vertebragene
n
(=
wirbelsäule
nbedingten)
Kopfschmerz
es.
Inwieweit die HW S-spezifische "Unkovertebralarthrose"
(= Erkrankung des „Halbgelenks“ zwischen zwei
Wirbelkörpern) über eine Einengung
der Wirbelsäulenschlagader (A.vertebralis) im Foramen intervertebrale
(= Zwischenwirbelloch)
ein zerv iko-kephales
(= Hals und
Kopf
betreffendes) Krankheitsbild
verursachen kann, ist noch nicht endgültig geklärt.
Genickschmerzen
beim mittleren
Halswirbelsäulensyndrom:
Typische Schmerzen treten im Bereich der Halswirbel 3, 4, 5 auf und
strahlen in die
Schulter
blätter, auch bis über die
Schulter aus.
Beim radikulären Synd rom
(= Krankheitszeichen infolge einer
Nervenstörung,
Nervenschädigung) treten
Störungen der Nervenfunktion in Form von herabgesetzter Empfindung und/oder
Lähmungen von
Schulter
blatt
muskeln (z.B. M. levator scapulae) auf.
Ganz selten
kommt es auch zu Zwerchfellähmung (Thoden 1987).
Beim radikulären Synd rom der
Ner venwurzel des 5. Halswirbels ist der M. biceps
brachii (= 2köpfiger
Oberarm muskel)
betroffen.
Genickschmerzen
beim unteren HW S-Synd rom:
Da die
Nervenwurzel
n des 6. bis 8. Halswirbels und des 1.
Brust
wirbels betroffen sind, können die
Gen ickschmerzen
in den
Schulter /
Arm
bereich bis in den Klein
finger ausstrahlen.
Meist wird dieser Schmerzzustand
mit „Zervikobrachialgie" (siehe oben) bezeichnet, obwohl streng genommen
das
Zervikobrachialsyndrom mit einer radikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen infolge einer
Nervenschädigung,
-störung)
einhergeht (Debrunner 1988). Die
pseudorad ikuläre (= auf einen scheinbaren
Nervenschäden
zurückzuführende)
Ausstrahlung in die
Arme
fällt noch unter den Begriff "Zervikalsyndrom".
Bei Störung der
Nerven
wurzel des 1. Brustwirbels kann sich ein Horner-Syndrom
(= Augenlidsenkung, Verengung der
Pupille, Zurücksinken des Augapfels)
ausbilden (Thoden 1987).
Medikamentöse Behandlung von
Genickschmerzen:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (=
Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B.
Mobec®.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften
Muskel
verspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände
nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei Genickschmerzen
eine
längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen
Depression, aber auch bei chronischen Schmerzen wirksam)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen
Schmerzmittel
einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika):
Bei anhaltenden
Schmerzen sollten
rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame
Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die
therapeutische
Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden.
Infiltrative Lokalanästhesie:
Die einfachste diesbezügliche
Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die
Wirbelsäule angrenzenden
Muskulatur. Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca.
5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus. Eine weitere Möglichkeit ist die
gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der
Muskulatur)
nach vorheriger Identifizierung derselben.
Periphere temporäre
(= oberflächliche, zeitlich begrenzte)
Nervenblockade
n:
Zur Unterbrechung segmentaler
Reflexkreise, aber auch zur Therapie von Schmerzausstrahlungen eignen sich bei
Gen
ickschmerzen Blockaden
(= Betäubungen)
der korrespondierenden Ner venwurzeln
(= Nervenaustrittstellen neben der
Wirbelsäule).
Gegen
Schmerz
ausstrahlungen in den
Hinterkopf im Rahmen eines oberen
HW S-Syn
droms wirken wiederholte Betäubungen
der Nn.
occipitales (= Ner ven
am
Hinterkopf).
Gen
ickschmerzen mit
Schmerzausstrahlungen in
Schulter /
Arm, wie sie beim unteren
HW
S-Syn
drom bzw. bei der
Zervikobrachialgie
in typischer Weise vorkommen, sprechen zufriedenstellend auf die wiederholte
hohe Blockade des Plexus brachialis (=
Betäubung des Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich)
nach Winnie an. Technisch risikoärmer und oft besser wirksam
ist jedoch die kontinuierliche, retrograd hohe
Plexus
brachialis-Blockade mit Katheter (*siehe unten).
Zur Schmerzbehandlung kann auch die interskalenäre
(= zwischen Muske ln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade
des Pl exus brach ialis
auch kontinuierlich
mit Katheter durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit
einem etwas größeren Risiko behaftet.
Physikalische Therapie:
Auch die Elektrostimulation kann bei Genickschmerzen
eine Beschwerdelinderung herbeiführen.
Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über
Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst
behandeln können. Die Elektroden werden paarig neben der
Halswirbelsäule
aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße
kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische
Behandlungsmöglichkeit ist bei chronische n Genickschmerzen die oberflächliche
Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen
Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit Genickschmerzen empfinden allerdings
lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder
können ebenfalls einen
Rückenschmerz lindern.
Die Verordnung von gewöhnlichen Massagen ist auch bei Genickschmerzen nicht sinnvoll. Für den Patient
mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist bei Genickschmerzen
aber die heilgymnastische Therapie,
da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen Behandlungserfolg zu sichern
und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es, die
Muskeln neben der
Halswirbelsäule zu
trainieren, da auf Dauer nur eine kräftige/suffiziente
Muskulatur eine statische
und dynamische Schwäche des Achsenorgans kompensieren kann.
Besonders bei Genickschmerzen aufgrund akuter
Blockierungen hat die manuelle Therapie (Chirotherapie) durchaus gute
Erfolge aufzuweisen.
Bei schmerzhaften degenerativen
(= durch Abnützung hervorgerufenen)
Veränderungen der Wir belsäule wird auch eine Röntgenbestrahlung
(Thomalske 1991) und
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie)
empfohlen.
Andere Therapiemaßnahmen bei Genickschmerzen:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig
sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von
übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie). Darüber hinaus
ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur Lockerung der Mus kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. Schanzsche
Krawatte sollten dem Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder
progressive Relaxation nach Jakobson sind bei länger anhaltenden, chronische n Genickschmerzen
eine sinnvolle
Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären Entspannung
führen, ebenso Biofeedback (=
Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Psychotherapeutische Interventionen
können beim ausgeprägten "psychosomatischen Schmerz" angezeigt sein, da auch
verdrängte Konflikte muskuläre Verspannungen und
Schmerzen verstärken können.
Bei längerfristig bestehenden chronische n Genickschmerzen ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Erläuterungen:
*
Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade mit
Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den
betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine
handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In
der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der
vorangegangenen Dosis, das
örtliche Betäubungsmittel
völlig schmerzlos
nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen
Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe
angeschlossen werden. Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung
so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der
Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen
möglich bleiben.
Nach neueren
Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung
auch das sog.
Schmerz
gedächtnis zu löschen.
Aktualisiert: 08.08.2006
A
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abdomineller Schmerz,
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B
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C
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N
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Bewegungen,
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Hüften,
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Schmerz bei Karzinom,
Schmerz im Kiefer,
Schmerz im Kiefergelenk,
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Kniegelenk,
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Schmerz im Leib,
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Schmerz im Ohr,
Schmerz im Oberbauch,
Schmerz im
Oberschenkel,
T
Talalgie,
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Zystalgie,
Zystitis (www.zystitis.net),
Zungenschmerz
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